Het vervangen van de ruiten

Plexiglasfenster

Nichts ist ärgerlicher als ein leckendes Fenster über der Koje. Plexifenster sind meist geschraubt und geklebt. Sie sind für Leckagen besonders anfällig. In den siebziger Jahren wurden sie, wegen der geringen Kosten und der einfachen Montage besonders häufig auf Serienschiffen verwendet. Was man damals nicht wusste oder bedachte: Der Kunststoff, ein gegossenes Acryl, wird mit der Zeit durch UV- Bestrahlung spröde und die Oberfläche rauh. Dadurch werden die Scheiben matt. Bei stark gebogenen Scheiben treten zudem in dem Material hohe Spannungen auf, was dazu führt, das sie an Bohrungen oder spitzen Ecken springen. Ein Problem bei Leichtbauten, ist die Festigkeit der Decks. Bei einer X 79 als Beispiel, ist durch den Zug der verstellbaren Unterwanten im Bereich der Fenster, die Belastung des Decks so hoch, das die Fenster nicht lange die dauernden Bewegungen mitmachen und undicht werden. Die Dichtungsmasse löst ab oder die Fenster bekommen Risse. Polyco ist ein gegossenes Acryl und ist recht preiswert. Es wird daher am häufigsten für Bootsfenster verwendet. Es ist lichtstabil und in verschiedenen Plattenstärken erhältlich. Leider ist Polyco recht spröde und springt daher leicht. Lexan heißt die Alternative. Sie ist wesentlich leichter zu bearbeiten, allerdings auch wesentlich teurer. Beide Materialien sind auch als getönte Platten erhältlich.
 
Vorher

Matt, zerkratzt und in den Ecken gesprungen. So sehen viele Plexiglasscheiben nach einigen Jahren aus.

Nachher

Das Neue Fenster sorgt nicht nur für mehr Durchblick, es ist auch wieder für die nächsten Jahre dicht.

Folie entfernen.

Die Rohlinge der Scheiben sind große Platten. Wir haben sie daher beim Händler grob auf Maß zuschneiden lassen. Werkseitig sind sie beidseitig mit Folien beklebt, damit sie beim Transport nicht verkratzen. Um die genaue Fensterkontur anzeichnen zu können, muss die Folie an einer Seite abgezogen werden.

Kontur übertragen

Zuerst wird die alte Scheibe vorsichtig vom Boot abmontiert. Die Scheibe wird mit der Außenseite auf die Neue gelegt und die Kontur mit einem Bleistift übertragen. Die Plexiglas- Teile sollten zum bearbeiten nicht zu kalt sein, da sie dann besonders Spröde werden. Außerdem lassen sich die alten Scheiben dann schlecht gerade biegen, um die Konturen zu übertragen.

Aussägen

Um die Kunststoffscheiben sägen zu können, benötigt man spezielle Sägeblätter für die Stichsäge. Bei Pendelhubsägen muss der Pendel beim Sägen unbedingt ausgeschaltet werden, da sonst die Kanten ausfransen. Man sollte möglichst langsam sägen um das Sägeblatt nicht heißlaufen zu lassen. Sonst kann es passieren, dass der Kunststoff am Sägeschnitt schmilzt. Um Kratzer zu vermeiden, ist der Sägetisch der Stichsäge mit Tape abgepolstert.

Kanten schleifen

Nachdem die Kontur der neuen Scheibe ausgeschnitten wurde, müssen die Kanten nachgearbeitet werden. Besonders dann, wenn die Scheibe am Aufbau aufgesetzt ist, und die Kanten sichtbar bleiben, sollten die Ränder sorgfältig glatt geschliffen werden. Mit einem Bandschleifer und 80er Papier werden sie vorsichtig plan geschliffen. Auch hier ist zu beachten, dass das Schleifband nicht zu warm werden darf, sodass die Scheibe zu schmelzen beginnt.

Bohren

Der gefährlichste Bauabschnitt ist das Bohren der Löcher. Es sollten unbedingt neue Bohrer verwenden werden. Um ein Gefühl für den richtigen Anpressdruck und Bohrgeschwindigkeit zu bekommen, ist es ratsam, an Abfallstücken Probebohrungen zu machen. So manches mühsam bearbeitetes Werkstück ist beim Bohren gesprungen. Diese Schäden lassen sich leider nicht mehr korrigieren. Bei Bohrungen an Kanten und in Spitzen ist die Gefahr , das die Scheibe springt, besonders hoch. Der Durchmesser der Löcher muss größer als der der Schrauben sein, damit die Dichtungsmasse einen elastischen Puffer zwischen Schraube und Scheibe bilden kann.

Ausschnitte abkleben

Die Scheibe wird an Bord ohne Dichtungsmasse trocken vormontiert und vorsichtig mit ein paar Schrauben fixiert. Von innen lassen sich dann die Fenster-Ausschnitte der Scheiben genau ermitteln. Entweder man zeichnet sie mit Bleistift an, oder man klebt sofort die Kanten mit Abdeckband ab. Hier ist große Sorgfalt geboten da die Kanten sichtbar bleiben und Reste der Dichtungsmasse sich später nur schlecht entfernen lassen. In engen Radien lässt sich das Tape mit einem scharfen Messer nachschneiden.

Auflageflächen primern

Das Fenster wird wieder abmontiert. Jetzt können die Klebeflächen an Aufbau und Scheibe von Hand geschliffen werden. Das Schleifen (80er Schleifpapier) ist wichtig um eine gute Verbindung zu der Dichtungsmasse zu erzielen. Wichtiger noch als schleifen für die Dauerhaftigkeit ist das auftragen des Primers. Er wird mit speziellen Kugelpinseln aufgebracht. Vor dem Aufkleben der Scheibe muss der Primer aushärten. Wie lange das dauert ist temperaturabhängig und steht auf der Dose oder im Technischen Merkblatt.

Dichtungsmasse aufbringen

Auch die Außenkante am Aufbau wird mit Abdeckband abgeklebt, damit die Masse den Aufbau nicht verschmieren kann. Auf die Dichtflächen werden dann möglichst gleichmäßig Raupen aus Dichtungsmasse aufgetragen. Wärmt man die Kartuschen vorher an, wird sie flüssiger und lässt sich leichter auftragen. Die Raupen so aufbringen das die Masse sich gleichmäßig verteilen kann wenn die Scheibe montiert wird. Silicon oder Acryl, die man billig im Baumarkt erwerben kann, sind für diesen Zweck nicht geeignet.

Montage

Die Scheibe wird aufgesetzt und von Hand angedrückt. Bei gebogene Scheiben fängt man an einer Seite an und zieht die Schrauben vorsichtig an. Es ist ratsam die Schrauben nur handwarm anzuziehen um die Scheibe noch ein wenig bewegen zu können. Erst wenn alle Schrauben eingedreht sind und die Dichtungsmasse an den Kanten herauszuquellen beginnt, können die Schrauben angezogen werden. Sie sollten nicht zu stark angezogen werden um keine unnötigen Spannungen in die Scheibe zu bringen und die Dichtungsmasse dort zu belassen wo sie hingehört: Zwischen Scheibe und Aufbau. Dann wird das übergequollene Material entfernt und noch bevor die Dichtungsmasse angezogen ist, die Tapestreifen entfernt.

Material.

Für eine X79 kosten die rohen Scheiben (1,25 x 0,30m;5mm stark) aus Polyco pro Scheibe 40 Mark. Lexan ist fast doppelt so teuer. Zum kleben verwendeten wir 2 Kartuschen 310 ml Sika Technique 295UV, Preis pro Kartusche 55 Mark, der dazu gehörende Primer kostete 25 Mark.